Kassa um Kassa - Code um Code

Die Sintflut ist über uns gekommen in Österreich - eine Sintflut neuer Gesetze und Verordnungen, die uns der Gesetzgeber ständig schickt. Nahezu jede Woche ein neuer Kodex aus irgendeinem Rechtsgebiet. Laufend werde ich jetzt über neue Gesetze informiert und laufend muss ich diese studieren, denn Unkenntnis schützt ja bekanntlich nicht vor Strafe. Für anderen Lesestoff hab ich vor lauter neuen Gesetzes- und Verordnungstexten schon gar keine Zeit mehr.

Für den Gesetzgeber ist es aber offensichtlich eine Selbstverständlichkeit, dass ich als Staatsbürger jedes Jahr 5.000 Seiten neue Gesetze lesen soll, dass ich mir das alles merken soll und natürlich auch beachten soll.

Dazu kommt noch, dass es derzeit ja richtig Mode geworden ist, Gesetze zu erlassen, ohne sich vorher zu überlegen, ob sie überhaupt durchführbar sind und mit welchem Aufwand diese neuen Vorschriften verbunden sind.

Ein aktuelles Beispiel ist die Registrierkassenpflicht. Es wird ein Gesetz beschlossen und danach wird ein Jahr lang überlegt, wie dieses Gesetz in der Praxis umgesetzt werden kann. Zur sicheren Verbindung der Registrierkasse mit der Finanzverwaltung muss unter anderem ein 44-stelliger (!!!) Code eingegeben werden. Mit einem ähnlichen Code schützt – so hörte ich – auch die CIA ihre vertraulichen Informationen. Mit solchen Sicherheitsvorkehrungen muss sich jetzt offensichtlich auch der österreichische Staat vor der Kriminalität der Steuerzahler schützen.

In einem etwas komplizierteren Fall hat die Implementierung des Codes in einer Kanzlei übrigens ganze 2 Stunden gedauert.

Ich hätte zwei Vorschläge dazu und zwar: Entweder, man macht in Zukunft einfachere Gesetze, die in der Praxis auch leicht durchzuführen sind, oder diejenigen, die uns solche unausgegorenen Gesetze aufbürden, müssen sich für diese Gesetze einem Praxistest unterziehen. Das heißt, sie selbst müssen in einem echten Praxisfall genau das ausprobieren, was sie dem Staatsbürger zumuten.

Die Arbeit macht immer noch der Mensch und nicht die EDV – also lassen wir uns bitte nicht zu Tode verwalten,

meint Euer Haderer