Bonus im Malus

Der neue „Beschäftigungsbonus“ ist von den Regierungsparteien mit einem gewaltigen Werbeaufwand veröffentlicht worden. Damit löst die Regierung angeblich ein Problem der Arbeitslosigkeit und wir dürfen neuen tolle Zeiten von Vollbeschäftigung entgegensehen. Wer´s halt glaubt!

Wie immer bei Versprechungen der Politiker, die mit einem solchen Aufwand angekündigt werden, sind die Pferdefüße dabei unübersehbar. Die Regierung schenkt den Unternehmen mit dem Beschäftigungsbonus angeblich gleich ganze 2 Milliarden Euro aus dem Budget.

Da frage ich mich: Warum muss denn diese Wohltat so begrenzt ausfallen?

Kassiert der Staat durch neue Arbeitsplätze nicht die bekanntlich in Österreich viel zu überhöhten Lohnnebenkosten, erspart sich der Staat nicht enorme Summen an Arbeitslosengeld?

Durch die zusätzliche Beschäftigung von Arbeitnehmern durch den Beschäftigungsbonus hat der Staat also zusätzliche Einnahmen und weniger Ausgaben. Und ein Teil davon wird an die Unternehmer weitergegeben - das soll die großartige Leistung des Staates sein?

Abgesehen davon, dass der Bonus ohnehin in erster Linie nur für die Konzerne erfunden wurde - ein Zuckerl, das für kleine Unternehmen viel zu kompliziert, ja meistens unerreichbar bleibt.

Im Detail: Die Förderungsanmeldung muss binnen 30 Tagen erfolgen, wenn ein neuer Arbeitnehmer eingestellt wird. Die Auszahlung erfolgt dann erst nach einem Jahr. Warum eigentlich diese kurze Fallfrist, mit der dann die Wohltat verloren geht?

Dann müssen komplizierte Vordrucke ausgefüllt werden, es müssen die Dienstnehmer von vier letzten Quartalen ermittelt werden und zu allem Überfluss muss dann noch ein Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer die Angaben bestätigen.

Warum müssen wir als Berater eigentlich zusätzlich für diese Angaben haften? Es wäre doch wohl Aufgabe des Staates die Angaben zu überprüfen.

Auch die Grundlage der Berechnung der durchschnittlichen Zahl der Arbeitnehmer in den letzten vier Quartalen erscheint mehr als problematisch.

So sind zum Beispiel bei einem Saisonbetrieb im Durchschnitt sehr unterschiedliche Arbeitnehmerstände.

Jetzt stellt zum Beispiel ein Saisonbetrieb in einer schwächeren Saison ausnahmsweise doch einen zusätzlichen Arbeitnehmer ein - schon fällt er mit seiner Förderung durch den Rost.

Ein anderer Betrieb hat z.B. durch einen großen unerwarteten Auftrag einen höheren Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften. Dann ist die Auftragslage wieder schlechter, und schließlich kommt wieder ein guter Auftrag herein und er benötigt wieder zusätzliche Arbeitskräfte. Auch er wird vermutlich zu keiner Förderung kommen, weil er trotzdem seinen Höchststand an Arbeitnehmern nicht überschritten hat.

Letztendlich: Die Konzerne haben den Bonus, die kleinen Firmen den Malus.

Auf, auf also zum Förderwettlauf unter dem Motto: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst!

Und das alles wird uns also als großartige Leistung der Regierung verkauft.

Bekanntlich ist das Gegenteil von gut - gut gemeint, aber nicht gut genug, weil nicht gut durchdacht.

meint
Euer Haderer