Prüfen oder nicht prüfen, das ist hier die Frage!

Unser Innenminister will ja jetzt eine neue Prüfgruppe für Überprüfungen von Sozialmissbrauch einführen. Ich denk, gut so, denn wenn wer - weil er in Not ist - Unterstützung bekommt, dann soll ruhig überprüft werden, ob er die auch zu Recht erhält.

So weit so gut, aber nicht bei uns in Österreich! Gleich werden Stimmen laut, dass wenn man die überprüft, man ja damit alle Empfänger von Sozialhilfeleistungen generaliter verdächtigt, dass sie Sozialbetrüger sind!

Für mich ist das ganz und gar nicht nachvollziehbar und gehört für mich in die Lade von falsch verstandener Toleranz. Denn Sozialmissbrauch ist und bleibt wie Steuerhinterziehung ein strafrechtlicher Tatbestand und ist keinesfalls nur ein Kavaliersdelikt!

Ich möchte hier gar nicht lamentieren darüber, wie viele Prüfungen jedes österreichische Unternehmen ständig über sich ergehen lassen muss.

Aber eins muss gesagt sein: Noch nie hat wer dagegen opponiert mit dem Argument, dass damit alle österreichischen Unternehmer des Betrugs bezichtigt werden und damit sämtlichen Unternehmen generaliter ein Betrugsverdacht ausgesprochen wird.

Das hat übrigens bis jetzt weder unsere Interessensvertretung noch alle unsere Finanzminister gestört.

Das führt mich zu der entscheidenden Frage: Wen wollen diejenigen, die solche fadenscheinige Toleranzargumente immer wieder aufs Tapet bringen, eigentlich schützen? Die, die was zu Unrecht beziehen, oder die, die sich im Rahmen der Gesetze ordentlich verhalten?

Oder wird´s jetzt schon ein Grundsatz bei uns in Österreich, dass man gleich von vornherein einmal dagegen ist?

Wenn die eine Reichshälfte eine noch so gute Idee hat, wird die andere Reichshälfte sofort dutzende Argumente bringen, warum die Idee ungerecht, unsozial oder sonst halt irgendwie schlecht ist.

Meine höchste Hochachtung hätte der Politiker, der zu einer sinnvollen Idee von der anderen Reichshälfte erklärt: „Eure Idee ist wirklich gut und ich will mich bemühen, dass wir sie gemeinsam zum Wohle der Österreicher umsetzen.“

Solche Worte hätt ich gern gehört, aber auch wenn - den Glauben hätt‘ ich auch dann noch nicht.

Nichts desto Trotz: Das Wohl Österreichs sollte im Vordergrund stehen und nicht der Futtertrog zur politischen Macht.

Schlag nach bei Shakespeare: „Und Unternehmungen voll Mark und Nachdruck, durch diese Rücksicht (Dummsicht) aus der Bahn gelenkt, verlieren so der Handlung Namen.“ (Hamlet)

meint
Euer Haderer