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Corona - Wahl

SEHR GEEHRTE FRAU KOLLEGIN,
SEHR GEEHRTER HERR KOLLEGE,

gerade um Ostern haben sich naturgemäß sehr viele Tageszeitungen mit dem Thema Corona-Krise beschäftigt.

Widmete der „Standard“ zum Osterwochenende der Agenda Corona-Krise eine Rückblende (Eric Frey) und titelte „Der verlorene Monat“, so war in „Die Presse“ vom 15. April 2020 unter „Quergeschrieben“ zu lesen, dass Taiwan die Krise bereits im November 2019 erkannt haben mag und daraus die richtigen Schlussfolgerungen gezogen hat, was in der Folge diesem ehemaligen mächtigen UNO-Mitglied nicht nur eine Vorreiterrolle in der erfolgreichen Bekämpfung der Corona-Krise beschert hat, sondern auch ein hohes Ansehen in der Welt, weil das Verhalten der Taiwanesen und deren Politiker beispielhaft für viele andere Staaten in der Welt gewesen ist bzw. wurde.

Der einzige Makel allerdings war der, dass die Europäischen Staaten, wie auch US-Amerika und wie viele andere Länder, die entsprechenden Maßnahmen viel zu spät eingeleitet haben, weil sie den geeigneten Shutdown eigentlich immer hinauszögern wollten, um ihrer Wirtschaft nicht zu schaden!

Letztendlich führte aber daran kein Weg vorbei – und wir in Mitteleuropa und insbesondere in Österreich leiden unter den Folgewirkungen: Es wird eine Wirtschaftskrise prognostiziert; von Wachstum kann keine Rede mehr sein; es wird vorausgesehen, dass die Wirtschaft Jahre brauchen wird, um diesen Shutdown dieses Frühjahrs auszugleichen und zu überholen! Man braucht sich kein Beispiel an USA / Trump zu nehmen, um die Folgen der verspäteten Handlung vor Augen geführt zu bekommen. Auch Österreich – bei allem Respekt – hat wahrscheinlich zu spät gehandelt, nachdem die ersten Krankheitssymptome in Tirol und Vorarlberg – Skiwochenende! – nicht ernst genommen wurden und noch bagatellisiert wurden. Damit ist nicht nur diesen erwähnten Skigebieten ein nur sehr langfristig wiedergutzumachender Schaden entstanden, sondern wurde auch ganz Österreich, ja ganz Mitteleuropa in eine Art Dämmerzustand versetzt, aus dem erst langsam aufgewacht werden wird.

Aber immerhin wird wieder aufgewacht!

Und in Zeiten der Corona-Krise, die zu diesem Leitartikel führt, also etwa Mitte April 2020, scheint absehbar, dass der Wiederaufwachprozess erfolgreich gelingen könnte! Ich gebrauche hier bewusst den Konjunktiv, da wir vor Rückschlägen nicht gefeit sein können!

Was allerdings hat diese Betrachtung der Corona-Pandemie mit der Wahl unseres Berufsstandes zum Kammertag am 10. März 2020 zu tun? Nun, zunächst ist wohl dem Wahlsieger ÖGSW zu gratulieren – der VWT aber auch eine sehr restriktive Evaluierung der Wahlkampagne und des Wählerschwundes zu empfehlen! Die VWT war immer eine Gesinnungsgemeinschaft, die die Interessen des mittleren und kleinen Wirtschaftstreuhänders, Steuerberaters und Wirtschaftsprüfers, als die ihren angesehen hat und vertreten hat! Gerade in den letzten Jahren vor der Wahl nahmen nun die Regulatorien sowohl für den steuerberatenden Beruf wie für den prüfenden Beruf im Empfinden der kleineren und mittleren Wirtschaftstreuhänder überhand, und wurde ein entsprechendes Entgegenwirken der VWT nie wirklich zugetraut, weshalb sie auch auf den dritten Gesamtrang abgerutscht ist.

Es gelang offenbar nicht, nachhaltig und glaubwürdig die Situation und den Stand der kleinen und mittleren Wirtschaftstreuhänder zu vertreten - dies auch einem überragenden Nichtwahlkampf der anderen beiden Fraktionen entgegengesetzt, sodass offenbar die Wähler der Meinung gewesen sind, dass es wohl am besten wäre, wenn alles beim Alten bliebe.

Ich hoffe, dass dies kein Fehlurteil der Zukunft darstellen wird, und darüberhinaus hoffe ich, dass die Repräsentanten der VWT selbstbewusst und stark in den Koalitionsverhandlungen – so es sie geben wird – auftreten werden, um den Standpunkt der VWT, also ihren Standpunkt, entsprechend zu vertreten! So sehr bedrängend die Corona-Pandemie auf uns einstürmt, so sehr bedrängend erscheint der VWT auch das schlechte Abschneiden bei der Kammertagswahl – trotz allem ist der Blick nach vorne zu richten, um durch geeignete Maßnahmen wiederum das Vertrauen der Wirtschaftstreuhänder bei der nächsten Wahl zu gewinnen!

Dies wünscht von ganzem Herzen

Alfred Brogyányi
 

Mag. Dr. Alfred Brogyányi
Geschäftsführer der VWT GmbH,
Ehrenpräsident VWT

Ausgabe WT 2020-02

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VWT News

Zeitenwende

Wer hätte sich das gedacht: Eine Krankheit, die zu Jahresbeginn im Fernen Osten für Unruhe sorgte, führte Mitte März zu einem beispiellosen Shut-down und bestimmt nun drei Monate danach noch immer unser Leben. Der Corona-Virus wird auch unseren Sommer-Urlaub und unser weiteres Zusammenleben wesentlich bestimmen. Covid-19 hatte und hat gravierende Auswirkungen auf unser Sozial- und Arbeitsleben.

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Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bei Überschuldung: Aktuelle Änderungen

Im sogenannten 4. COViD-19-Gesetz, 24. Bundesgesetz vom 04. April 2020, wurden u.a. auch das 2. COViD-19-Justiz-Begleitgesetz und dort im Artikel 37, iii. Hauptstück, Bestimmungen hinsichtlich der Fristen im Insolvenzverfahren geregelt. Für unseren Berufsstand speziell interessant und wichtig waren dabei die Regelungen des § 9, wonach die Verpflichtung des Schuldners, bei Überschuldung einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzantrags zu stellen, nicht bei einer im Zeitraum vom 1. März 2020 bis 30. Juni 2020 eingetretenen Überschuldung besteht.

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Was tut die EU gegen die wirtschaftlichen Folgen von Covid-19?

Die Corona-Krise ist die schlimmste Krise in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Die wirtschaftlichen und sozialen Folgen sind seither beispiellos. Alle Länder sind gleichzeitig und ohne eigenes Verschulden mit einem massiven Angebots- und Nachfrageschock konfrontiert. Weder Virus noch Rezession machen an Landesgrenzen halt. Da genügt es nicht, wenn jedes EU-Land sein eigenes Süppchen kocht. Wir müssen die Last der Krise miteinander schultern. Wir brauchen eine gemeinsame Kraftanstrengung, finanzielle Solidarität und ein umfassendes Aufbauprogramm inklusive neuer, solidarischer Finanzierungsinstrumente.

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