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Gemeinsam aus der Krise

Rasch und richtig auf die Corona-Krise zu reagieren, zeichnet Österreich in diesen fordernden Wochen und Monaten aus. Die Wirtschaftskammer leistet substanzielle Beiträge zur wirtschaftlichen Gesundung des Landes. Der internationale Vergleich zeigt, dass Österreich nicht nur rasch auf die gesundheitspolitischen Herausforderungen der Corona-Krise reagiert sondern auch die wirtschaftlichen Folgen der Krise sehr umfassend adressiert hat.

Die Wirtschaftskammerorganisation (WKO) hat sich in diesen Prozess aktiv eingebracht. Die intensive Zusammenarbeit mit der Bundesregierung und die unkomplizierte sozialpartnerschaftliche Kooperation haben Österreich ein Hilfspaket gebracht, das Unternehmen und Arbeitsplätze bestmöglich schützt und unterstützt.

Erfolgsmodell Kurzarbeit

So ist die Corona-Kurzarbeit ein Erfolgsmodell, das von den Betrieben massiv nachgefragt wird. Bis Mitte April waren bereits über 40.000 Anträge auf Kurzarbeit eingebracht worden.

Die Mittel für die Kurzarbeits-Unterstützungen wurden erneut - von 3 auf 5 Milliarden Euro – aufgestockt. Damit können über 600.000 Arbeitsplätze in Österreich gesichert werden. Die rückwirkende Antragstellung dient einer geordneten Abwicklung.

Großer  Dank  in  Zusammenhang   mit   der   Abwicklung der Kurzarbeit gebührt Österreichs Steuerberatern und Wirtschaftstreuhändern. Ihr Einsatz und ihre Expertise stellen sicher, dass Kurzarbeit möglichst rasch und effektiv genutzt wird. Das ist ein entscheidender Beitrag zur Sicherung des Standortes und seiner Arbeitsplätze.

Härten sicher abfedern

Ein wirksames Instrument zur Abfederung von Härten, insbesondere für kleinere und mittlere Unternehmen, ist der Härtefall-Fonds. Diese „Erste Hilfe“ für Selbstständige kam bereits bisher gut an: Knapp 143.000 Anträge auf Soforthilfe wurden in einer ersten Phase des Härtefall-Fonds beantragt, rund 120 Mio. Euro wurden bereits ausbezahlt. Mit der zweiten Phase der auf 2 Milliarden Euro verdoppelten Soforthilfe wurde der Bezieherkreis erweitert.

Die WKO konnte ihre bisherigen Erfahrungen aus der Abwicklung - als Dienstleister der Bundesregierung - einbringen und erreichen, dass die Förderkriterien erweitert wurden: Nunmehr entfallen Einkommensober- und -untergrenzen. Mehrfachversicherungen und Nebenverdienste sind keine Ausschlussgründe mehr.

Außerdem können auch Neugründer, die zwischen 1. Januar und 15. März 2020 gegründet haben, einen Pauschalbetrag von 500 Euro aus dem Fonds beziehen. Generell wird der Verdienstentgang mit einem Zuschuss von max. 2.000 Euro pro Monat über max. drei Monate abgefedert – insgesamt bis zu 6.000 Euro - Anträge können bis 31. Dezember gestellt werden.

Mitglieder entlastet

Die Wirtschaftskammerorganisation leistet selbstverständlich in ihrem eigenen Verantwortungsbereich aktive Unterstützung für Betriebe, die unter der Corona-Krise leiden. Als erste Sofortmaßnahme wurde die Vorschreibung der Grundumlagen für alle Mitgliedsbetriebe in Höhe von insgesamt 200 Millionen Euro für dieses Jahr bis auf Weiteres ausgesetzt.

Weiters stunden die Wirtschaftskammern im Zuge der Steuerstundungsmöglichkeit über das Finanzamt den Antragsstellern automatisch auch die Kammerumlage 1 und die Kammerumlage 2, die zusammen pro Quartal 144 Millionen Euro ausmachen.

Für selbstständige Klein- und Kleinstunternehmer, die aufgrund der aktuellen Krisensituation unverschuldet in ihrer Existenz gefährdet sind und die aus den diversen staatlichen Hilfsmaßnahmen aufgrund besonderer Lebens- oder Betriebsumstände keine oder keine ausreichende Unterstützung erhalten, richten die Landeskammern und die WKÖ einen mehr als 100 Mio. schweren Unterstützungsfonds für besondere Härtefälle ein.

Beratung für alle Fälle

Bereits seit Beginn der Corona-Krise stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wirtschaftskammer den Betrieben von Montag bis Sonntag für Beratung zur Verfügung: Online über den eigens eingerichteten Infopoint, am Telefon über das dazugehörige Call-Center und via E-Mail bei schriftlichen Anfragen.

Aber auch bei der Beschaffung von Schutzbekleidung und Desinfektionsmitteln, bei Genehmigungsverfahren für diese Produkte oder bei Transport- und Grenzübertrittsproblemen helfen unsere Funktionärinnen und Funktionäre sowie unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im In- und Ausland tagtäglich.

Weil die Wirtschaftskammer in den vergangenen Jahren sparsam gewirtschaftet und Rücklagen gebildet hat, kann sie jetzt ihr Leistungsspektrum nicht nur erhalten, sondern sogar ausdehnen. Das WKO-Maßnahmenpaket beläuft sich auf ein Gesamtvolumen von bis zu 400 Mio. Euro.

Unternehmertum macht den Unterschied

Entscheidend bei der Bewältigung der Krise ist aber auch    die    Verbreitung    eines    unternehmerischen Mindsets: Digitale Transformation und Innovationen sind Schlüssel für krisenfestes Wachstum, die wir mit unternehmerischem Denken und Handeln besser denn je erschließen müssen.

Gerade jetzt ist Unternehmertum gefragt, das kreativ und innovativ neue Wege für Wachstum und Arbeitsplätze geht.

Dabei stehen wir als Wirtschaftskammer unseren Betrieben mit unserem umfassenden Beratungs- und Serviceangebot auch in fordernden Zeiten verlässlich zur Seite – für ein Comeback in rot-weiss-rot.

Mag. Harald Mahrer
WKÖ Präsident

Ausgabe WT 2020-02

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Zeitenwende

Wer hätte sich das gedacht: Eine Krankheit, die zu Jahresbeginn im Fernen Osten für Unruhe sorgte, führte Mitte März zu einem beispiellosen Shut-down und bestimmt nun drei Monate danach noch immer unser Leben. Der Corona-Virus wird auch unseren Sommer-Urlaub und unser weiteres Zusammenleben wesentlich bestimmen. Covid-19 hatte und hat gravierende Auswirkungen auf unser Sozial- und Arbeitsleben.

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Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bei Überschuldung: Aktuelle Änderungen

Im sogenannten 4. COViD-19-Gesetz, 24. Bundesgesetz vom 04. April 2020, wurden u.a. auch das 2. COViD-19-Justiz-Begleitgesetz und dort im Artikel 37, iii. Hauptstück, Bestimmungen hinsichtlich der Fristen im Insolvenzverfahren geregelt. Für unseren Berufsstand speziell interessant und wichtig waren dabei die Regelungen des § 9, wonach die Verpflichtung des Schuldners, bei Überschuldung einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzantrags zu stellen, nicht bei einer im Zeitraum vom 1. März 2020 bis 30. Juni 2020 eingetretenen Überschuldung besteht.

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Was tut die EU gegen die wirtschaftlichen Folgen von Covid-19?

Die Corona-Krise ist die schlimmste Krise in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Die wirtschaftlichen und sozialen Folgen sind seither beispiellos. Alle Länder sind gleichzeitig und ohne eigenes Verschulden mit einem massiven Angebots- und Nachfrageschock konfrontiert. Weder Virus noch Rezession machen an Landesgrenzen halt. Da genügt es nicht, wenn jedes EU-Land sein eigenes Süppchen kocht. Wir müssen die Last der Krise miteinander schultern. Wir brauchen eine gemeinsame Kraftanstrengung, finanzielle Solidarität und ein umfassendes Aufbauprogramm inklusive neuer, solidarischer Finanzierungsinstrumente.

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