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Warum brauchen wir in der KSW Fraktionen?

Ich werde immer wieder gefragt: „Warum haben wir in unserer kleinen Kammer eigentlich drei Fraktionen? Wer braucht das, wollen wir nicht alle dasselbe?“ Die Frage habe ich mir auch schon öfters gestellt. Ich bin aber immer wieder zu der Überzeugung gekommen, dass Fraktionen bzw. unterschiedliche „Ansichten“ sehr wichtig für die Weiterentwicklung eines Berufes sind. Es geht um den Wettbewerb der besten Ideen, der nur dann funktioniert, wenn es unterschiedliche Meinungen und entsprechende Diskussionen dazu gibt. Wäre die Kammer nur von einer Gruppierung geführt, würden nur deren Ideen verwirklicht bzw. umgesetzt werden. Eine offene Kritik oder „Schlagabtausch“ zur besten Idee würde damit nicht mehr stattfinden.

Dies ist auch einer der Gründe, warum zahlreiche Kollegen in den Fraktionen tätig sind, und wie auch ich, seit 1981 zahlreiche Funktionen in der VWT und in der Kammer ehrenamtlich ausüben. Bei dieser Gelegenheit möchte ich allen Funktionären aus allen Fraktionen danken, die neben dem anspruchsvollen Beruf auch für die Kammer und damit ihre Kollegen tätig sind. Ich finde es ganz wichtig und ehrenvoll, dass es immer wieder Kollegen gibt, die was verändern, bewegen oder gestalten wollen. Ein Beweis dafür, dass der „Wettbewerb der guten Ideen“ funktioniert, sehen wir in der Entwicklung unseres Berufsstandes, vor allem in den letzten Jahren.

Wir als VWT haben jahrelang immer auf die Notwendigkeit der 2-Marken-Politik verwiesen (wir sind die Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer) verwiesen und klargestellt, dass der Buchhaltungsberuf nicht in unsere Kammer gehört. Letztendlich hat diese „bessere Idee“ gewonnen und wurde durch das Ausscheiden der Buchhaltungsberufe, sowie mit der Zusammenführung der prüfenden Berufe zum Wirtschaftsprüfer die 2-Marken-Politik von allen Fraktionen umgesetzt. Eine ähnliche Entwicklung gab es auch im Bereich der Befugniserweiterungen. Ich habe mit der VWT viele Jahre immer wieder in zahlreichen Publikationen und Auftritten darauf hingewiesen und gefordert, dass wir als rechtsberatender Beruf seit Anfang der Fünfzigerjahre trotz gravierender Veränderungen in der Gesetzgebung und Verbesserung in unserer Ausbildung keine Erweiterung unserer Befugnisse erhalten haben. Die Diskussion im Vorstand und in den Fraktionen „ob wir uns trauen wollen“ dies zu fordern dauerte sehr lange und wurde durch die Hartnäckigkeit der VWT im WTBG 2017 endlich umgesetzt. Letztendlich wurde mit dem WTBG 2017 auch unsere Forderung, den Namen der Kammer der Wirtschaftstreuhänder auf Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer zu ändern, umgesetzt.

Unsere letzte Forderung aus unserem Programm: „Senkung der Grundumlage für angestellte StB/WP“ wurde im Juni im Kammertag beschlossen. Alle Kollegen zahlen ab 2019 nur mehr € 200,00 (bisher € 250,00) Grundumlage und die Berufsanwärter nur mehr € 100,00 (bisher € 150,00). Diese Reduktion betrifft vor allem Angestellte und ruhende Kollegen ohne Umsatz. Die VWT Argumentation war immer: Ein angestelltes oder ruhendes Mitglied ohne Umsatz braucht keinen Versicherungsschutz der Excedentenversicherung (ca. 40% des Kammerbudget) und sollte daher auch eine Entlastung in der Grundumlage bekommen.

Was lernen wir daraus: es gibt den „Wettbewerb der besten Ideen“ nur mit Fraktionen. Wichtig ist, dass es ihn gibt, auch wenn er in einem demokratischen Abstimmungsprozess oft etwas länger dauert. Solche positiven Ergebnisse für den Berufsstand rechtfertigen jedenfalls auch in Zukunft die Fraktionen und den damit verbundenen Einsatz der ehrenamtlichen Kollegen.

Wir als VWT wollen auch in Zukunft als starke Fraktion „Ideenlieferant“ zum Wohle und zur Weiterentwicklung des Berufstandes sein und weiterhin selbstbewusst über den Tellerrand schauen.

Franz X. Priester | Präsident VWT

Franz X. Priester
Steuerberater

Ausgabe WT 2018-03

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Der unvergessliche Sommer

So wie es aussieht, wird uns Corona noch längere Zeit beschäftigen. Wir Steuerberater und Wirtschaftsprüfer sehen das wohl mit einem lachenden und einem weinenden Auge, denn die Expertise und die Unterstützung durch uns und unsere Mitarbeiter ist sehr stark gesucht. Zum einen wegen der anhaltenden Kurzarbeit und ihren Problemen im Detail, zum anderen aufgrund des Härtefall-Fonds und nunmehr vor allem aufgrund des Antrages für einen Fix-Kostenzuschuss gemäß COVID-19-Gesetz an die COFAG-Agentur.

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Der Wirtschaftsprüfer – weiterhin im Gerede!

Was man aus Wirecard und Commerzialbank Mattersburg lernen sollte:

Der Sommer 2020 wird zweifellos neben Corona auch wegen zweier besonderer Finanzskandale in die Geschichte der Jahreszeiten eingehen.

Beide Skandale, sowohl Wirecard in Deutschland als auch Commerzialbank Mattersburg in Österreich, sind durch vielfältige Medienberichte seit etwa Ende Juni/Mitte Juli bis dato insoweit bekanntgemacht worden, als offenbar unglaubliche, vorsätzliche und seit vielen Jahren anhaltende Fälschungen zu offenbar unrichtigen Bilanzen und Testaten geführt haben, dass in der Tat die Öffentlichkeit zu Recht das Vertrauen in geprüfte Jahresabschlüssen verlieren könnte.

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Zeitenwende

Wer hätte sich das gedacht: Eine Krankheit, die zu Jahresbeginn im Fernen Osten für Unruhe sorgte, führte Mitte März zu einem beispiellosen Shut-down und bestimmt nun drei Monate danach noch immer unser Leben. Der Corona-Virus wird auch unseren Sommer-Urlaub und unser weiteres Zusammenleben wesentlich bestimmen. Covid-19 hatte und hat gravierende Auswirkungen auf unser Sozial- und Arbeitsleben.

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