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Wirtschaftsprüfer im Biedermeier? Spielt Hübner den Metternich?

Die Kammer der Wirtschaftstreuhänder – die seit dem WTBG 2017 auch berechtigt ist, sich Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer zu nennen – gibt monatlich einen Statistikreport heraus, in dem sie die statistische Auswertung des Berufsstandes berichtet. Dem Report Juni 2018 ist zu entnehmen, dass per diesem Monat insgesamt 7.639 Mitglieder verzeichnet waren, wovon 1.938 Wirtschaftsprüfer und 5.701 Steuerberater gewesen sind. Als Mitglieder insgesamt (physische Mitglieder und Gesellschaften) sind 10.692 verzeichnet, wovon wiederum 2.907 Wirtschaftsprüfer und 7.785 Steuerberater gerechnet waren. Gegenüber 2017 sind insgesamt zwei Mitglieder der Berufsgruppe Wirtschaftsprüfer mehr gezählt worden (2017: 2.905). Diese Entwicklung ist auch bei den Beeidigungen der Wirtschaftsprüfer (physische Personen) zu erkennen und verläuft mehr oder weniger parallel:

WIR HABEN SEIT JAHREN EIN „MINDERWACHSTUM“ BEI WIRTSCHAFTSPRÜFERN!

(Diese Entwicklung kann nicht durch die erfreuliche Zunahme in der Berufsgruppe Steuerberater kompensiert werden!)

1. Nun wird auch in diesem Magazin in den letzten drei Jahren auf diesen Umstand hingewiesen und dringende Aktivitäten der KWT (jetzt auch: KSW) gefordert. Offenbar geschehen diese nicht, sind jedenfalls nicht erkennbar, wenn man z.B. aus dem Abschluss 2017 feststellen muss, dass lediglich rund 148.000 Euro an Sachaufwand für WP-PR verrechnet wurde, wohingegen 250.000 budgetiert waren. Auch 2018 ist dieser Trend erkennbar, wurden doch – wiederum bei einem Budget von 250.000 Euro – an Sachaufwand für WP-PR bis Mai 2018 87.000 Euro verrechnet. Andererseits gab es erfreuliche Maßnahmen für Steuerberater (z.B. bezahlte Sonderbeilage in Die Presse vom 20. April 2018: „Steuerberater 2018“) wie auch Produktionskosten für einen neuen Imagefilm: „Steuerberater – Partner für Unternehmen“ wie im KSW-Newsletter vom 24.05.2018 bejubelt. Und immer wieder gibt es Hinweise – zumindest laufend durch dieses Magazin – auf dringend notwendige Maßnahmen zur Beförderung des Nachwuchses für Wirtschaftsprüfer! Doch diese Aufrufe verhallen in der KWT offenbar ungehört!

2. Nun kann man wohl nicht sagen, dass die Wirtschaftsprüfer per se – und nicht die KWT – eine Menge von Maßnahmen setzten, um in der Öffentlichkeit als höchst qualifizierter Berufsstand wahrgenommen zu werden; dies allerdings geschieht vorwiegend durch die Großen (Big Four) und nicht durch die Berufsvertretung!

Fast hat es den Eindruck, dass sich die Wirtschaftsprüfer wie in der Biedermeier-Zeit vor Metternich in ihr Heim (sprich: in ihr Office) zurückziehen – überwacht und gejagt von Metternich!?

Doch der Präsident der KWT, auch KSW, ist nicht Metternich!

Im IDW-LIFE vom 05.2018 ist ein Artikel „Blick von Außen“ veröffentlicht, der sich mit folgenden Fragen beschäftigt:

  • Was macht uns Wirtschaftsprüfer aus?
  • Wohin entwickeln wir uns?
  • Und wie werden wir in der Gesellschaft wahrgenommen?


Das IDW hat einen freien Wirtschaftsjournalisten eingeladen, unter dem Aspekt dieser Fragen, sozusagen einen Blick von Außen auf den Berufsstand der Wirtschaftsprüfer zu werfen. Das Ergebnis ist ein sehr interessanter Artikel, den man den Verantwortlichen in der KWT dringendst empfehlen kann.

Alfred Brogyányi

Mag. Dr. Alfred Brogyányi
Geschäftsführer VWT GmbH,VWT Ehrenpräsident

Ausgabe WT 2018-03

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