Mag. Christina Hartig WP/StB Mag. Philipp Rath, WP/StB

Forderungen an die KWT zum Wirtschaftsprüfer 2020

Der Berufsstand der Wirtschaftsprüfer wird auch in den nächsten Jahren von den Entwicklungen in der EU maßgeblich beeinflusst werden. Das vordringliche Vorhaben betrifft die Umsetzung der EU-Richtlinie und der EU-Verordnung vom 27. Mai 2014 (in Kraft seit 17. Juni 2014). Die ersten Diskussionen sind dazu bereits im Gange (zB Struktur des AeQ), der Umfang der Änderungen ist aber noch nicht abschätzbar.

Die neuen Bestimmungen zur Unabhängigkeit und zur Rotation werden langfristig eine Veränderung auslösen, die eventuell in eine Zweiteilung des Berufsstandes der WP des Mittelstands und der KMUs auf der einen Seite und in die Prüfer der Public Interest Entities (PIE) auf der anderen Seiteendet. Diese Entwicklung darf nicht zu einer Schwächung der Kammervertretung führen, muss aber im Bereich der Qualitätssicherung berücksichtigt werden. Bei KMU muss weiterhin die gleichzeitige Prüfung und Beratung eines Mandanten durch einen Wirtschaftsprüfer möglich sein.

Der gut ausgebildete, eigenverantwortliche WP ist wichtig für die österreichische Wirtschaft und muss besser in der Öffentlichkeit präsentiert werden. Um dies umzusetzen ist es notwendig, dass er mehr Gewicht im Vorstand und im Präsidium der KWT bekommt.

Der Berufsstand des WP wird nur dann an Ansehen und damit auch wieder an Einfluss und Gestaltungsmöglichkeiten auf anstehende Herausforderungen gewinnen, wenn die Grundprinzipien, denen der Wirtschaftsprüfer unterliegt, wieder in den Vordergrund treten.

Wir als Vereinigung Österreichischer Wirtschaftstreuhänder fordern daher:

  • eine starke Interessensvertretung der Wirtschaftsprüfer in der KWT, damit der österreichische Gesetzgeber die internationalen Anforderungen nicht übererfüllt.
  • eine Image-Kampagne für den WP, wobei der Nutzen von geprüften Abschlüssen (u.a. auch Verhinderung von Unterschlagungen und Untreue) der interessierten Öffentlichkeit vermittelt werden muss.
  • eine starke Vertretung gegenüber anderen Interessengruppen (stakeholder), die auch ein Interesse an einer wirksamen Abschlussprüfung haben (zB Finanzmarktaufsicht, Rechnungshof, Finanzministerium, Wirtschaftskammer, Industriellenvereinigung, Bankenverband, usw.)
  • wir fordern auch, dass Ethik und Unabhängigkeit, Verantwortungsbewusstsein und fachliche Kompetenz als Grundfeste des Berufes des Wirtschaftsprüfers mit allen Mitteln gegen Kostendruck, Verbürokratisierung und Monopolbildung verteidigt werden.
  • und die Berufsausbildung des WP an die aktuellen Anforderungen der universitären Ausbildung (240 ECTS-Punkte) angepasst wird, damit der Wirtschaftsprüfer auf Augenhöhe mit Unternehmern und Managern sowie Rechtsanwälten und Notaren kommunizieren kann.


Die VWT will mit diesen Forderungen „klare Zeichen setzen“ und den Berufsstand der Wirtschaftsprüfer stärken. Sagen Sie Ja zur wirksamen Vertretung der Wirtschaftsprüfer durch die VWT in der KWT.

Sagen sie JA zum Wirtschaftsprüfer 2020


Mag. Philipp Rath, WP/StB                                    Mag. Christina Hartig WP/StB

VWT Berufsgruppenobmann WP                            VWT-Berufsgruppenobmann StV WP