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Der Wirtschaftsprüfer

Gerade vor Ostern kam das update 01/2019 der Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer auf meinen Schreibtisch.

Auf der Titelseite prangt ein gemeinsames Bild von Finanzminister Hartwig Löger und dem KSW-Präsidenten zu dem Titel „Gespräche auf höchster Ebene“ und im Untertitel „Über die Zusammenarbeit der Steuerberater und der Finanz“.

Das Mitglieder-Magazin bringt in der Folge vielfältiges Bildmaterial und viele angerissene Themen, vor allem viele Gruppenbilder aus allen Bundesländern; wenn man allerdings etwas über Wirtschaftsprüfer in update 01/2019 sucht, wird man in etwa auf einer Drittelseite, auf Seite 21, fündig: „Was macht eigentlich ein Wirtschaftsprüfer?“.

In einem kurzen, einspaltigen Artikel kann man dann lesen, dass bereits ein animiertes „Erklärvideo“ zum Thema „Was macht eigentlich ein/e Wirtschaftsprüfer/in?“ auf der Homepage der KSW existiert, weil dieses Erklärvideo für die Nachwuchsarbeit der Kanzleien einsetzbar sei.

Das ist alles, was ich im 40-seitigen update über Wirtschaftsprüfer gefunden habe.

Nun mögen alle angerissenen Themen durchaus auch für Wirtschaftsprüfer interessant sein – eine eigene Themenbehandlung hat der Wirtschaftsprüfer im KSW update aber offenbar nicht verdient.

Ich habe bereits des Längeren und Öfteren in diesem Fachjournal gefordert, dass sich sowohl KSW als auch IWP um die Beförderung des Wirtschaftsprüfers kümmern müssten (so z.B. in der WT Ausgabe 05/06 2018) und auch wiederholt auf die Schwierigkeiten des Strukturwandels in unserem Berufsstand hingewiesen (siehe WT 01/2019).

Auch und vor allem weisen Beiträge von berufsfremden Autoren, so z.B. Mag.(FH) Josef Baumüller, ebenfalls im WT 05/06 2018 wie auch in WT 01/2019, auf die Notwendigkeit der sorgsamen Behandlung dieses Berufsstandes hin, in dem sie die öffentliche Meinung wiedergeben.

Auch die deutsche Medienlandschaft, so z.B. die Süddeutsche Zeitung (Nr. 46, Samstag/Sonntag, 23./24. Februar 2019) hat sich dieses Themas angenommen und titelt in BUCH ZWEI: „Vier gewinnt“, spricht allerdings im letzten Satz des Untertitels von der „Nahaufnahme eines Missstands“!

Ich möchte damit aufzeigen, dass wir rundum zum Thema Wirtschaftsprüfung in der Öffentlichkeit Beiträge, zumeist kritischer Art, finden, dass sich aber unsere Kammervertretung dieses Themas nach wie vor nicht wirklich annimmt.

Dies ist zum einen frustrierend und wirft zum anderen kein faires Bild auf jene engagierten Kammervertreterinnen und Kammervertreter, die dem Stand der Wirtschaftsprüfer angehören und sich in der Kammerarbeit wohl um das Thema des Wirtschaftsprüfers annehmen, deren Bemühungen aber im Verborgenen bleiben, weil der Kammerpräsident eben Steuerberater ist, und ihn das Thema Wirtschaftsprüfer offenbar nicht interessiert.

Fast scheint es so, als hätten sich alle mit dieser Übung arrangiert. Mit Verlaub, ich nicht!

Auch ein anderes Thema fällt nach meinem Dafürhalten durch den Rost: nämlich das Aufzeigen der Kanzleinachfolge, also der Nachfolgefähigkeit und der daraus resultierenden Konsequenzen.

Die KSW wäre gut beraten, den Kolleginnen und Kollegen Unterstützungsleistungen zur Vorbereitung des Themas, z.B. der Kanzleinachfolge, anzubieten, da solche Vorschläge wohl zum Standard-Setting gezählt werden könnten und daher eine gewisse Bedeutung für den Markt hätten.

Allein es wäre durchaus auch Aufgabe der KSW, z.B. Erfahrungsberichte zum Berufseinstieg und Berufsalltag etc., in ihrem Magazin anzubieten, um auf diese Weise auch auf die Attraktivität des Wirtschaftsprüfer-Berufes hinzuweisen.

Meint
Alfred Brogyányi

Mag. Dr. Alfred Brogyányi
Geschäftsführer VWT GmbH,VWT Ehrenpräsident

Vollständiger Artikel

Ausgabe WT 2019-02

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